Die Geschichte ![]() ![]() Seit nunmehr 40 Jahren besteht der Verein Schlaraffia "Im Zillertal ". Gegründet wurde das "Reych" am Ziller 1968 ( = a.U.109) in Mayrhofen. 1983 (a.U. 124) übersiedelte der Verein nach Fügen ins Hotel Sonne, wo die 22 Mitglieder jeden Dienstag um 20.05 Uhr (= Glock 8.05) im Vereinsheim - ihrer "Gletscherburg" (Siehe Menüpunkt "Gletscherburg" mit genauer Zufahrtsbeschreibung und Plan!) - ihre Zusammenkünfte (= Sippungen) abhalten. Zu diesen Zusammenkünften reyten oft Schlaraffen (Ritter, Junker und Knappen) von nah und fern ein. Besonders aber mit den umliegenden Reychen in Innsbruck (= Großmutter - "Oenipontana"), Kufstein (= Mutter - "Porta Tiroliae"), Tegernsee (= "Am Tegrinsee"), Rosenheim (= "Im Rosenhag"), Garmisch (= "Am Werdenfels"), Bozen (= "Pons Drusi"), Meran (= "Castrum Majense"), ... wird intensiver schlaraffischer Kontakt gehalten. So reyten unsere Sassen oft in diese Reyche aus und Ritter aus den oben erwähnten Reychen reyten bei uns ein. Ahnen und Orden gehören mit zum Spiel der Schlaraffen: Der STEINBOCK ist das Wappentier der Zillertaler, als "Ahne" entworfen von Prof. Albin Motoder aus Mayrhofen, dem Ritter Meisterwurz, dem Holzverhexer, einem der Gründungsritter unseres Reyches. Die Schlaraffia zeichnet sich, wie oben schon angedeutet, durch eine eigene Sprache aus, obschon die schlaraffische Sprache auf der ganzen Welt deutsch ist. So gibt es aber eine Reihe von Wörtern, Wortgruppen und Bedeutungen, die wahrscheinlich aus dem Althochdeutschen abgewandelt übernommen wurden. ![]() ![]() Vor 150 Jahren (1859) wurde in Prag (damals noch österr.-ungarische Monarchie) der Verein "Schlaraffia" ins Leben gerufen. Der Wahlspruch der Vereinigung lautet "In arte voluptas" (etwa: in der Kunst liegt Vergnügen). Daher ist das höchste Ziel der Schlaraffen die Pflege von Kunst, Freundschaft und Humor. Der Uhu als Sinnbild und Inbegriff der Weisheit ist bei den Schlaraffen überall anzutreffen, ihm gebührt die allerhöchste Achtung und Verehrung. Beim Betreten der Burg (= Vereinslokal) grüßen die Schlaraffen den UHU mit einer tiefen Verbeugung, was zugleich das Abstreifen "profaner Schlacken" - also das Sich-ganz-Einlassen auf das schlaraffische Spiel - symbolisiert. Jeder kann Mitglied werden, der "von unbescholtenem Rufe, in reiferem Lebensalter, gesicherter Stellung" und "gewillt ist, die idealen Zwecke des Schlaraffentums zu verwirklichen", heißt es in den Satzungen des Vereines. Es gilt aber für alle der Schlaraffen-Spiegel und das Ceremoniale. Auch gehört eine besondere Zeitrechnung zum schlaraffischen Spiel: Im Gegensatz etwa zur Zeitrechnung nach christlichem Maßstab ("n.Chr." oder "A.D.") orientieren sich Schlaraffen am Gründungsjahr ihrer Vereinigung − demzufolge bezeichnen sie 2011 als das Jahr a. U. ("anno Uhui") 152. Die Schlaraffia ist kein Geheimbund! Die Schlaraffen sippen ausschließlich in der sogenannten Winterung, vom Oktober bis April. Informelle Zusammentreffen (schlaraffisch - Krystallinen) finden zwischen Mai und September an einem festgelegten Ort statt. Dies insbesondere zur Freude der Ehegattinnen der Sassen (schlaraffisch - Burgfrauen) und sonstiger Verwandter und Freunde der Sassen des Reyches, die bei diesen Treffen gern gesehene Gäste sind. ![]() Die weltweit derzeit 261 "Reyche" und "Colonien" (lokale Vereine), in denen ausschließlich Deutsch gesprochen wird (wobei die Mitglieder keineswegs Deutsche sein müssen), stehen in engem Kontakt zueinander. Sie sind in der "Allschlaraffia" zusammengefasst, welche auch die "Allschlaraffische Stammrolle" herausgibt, ein über 1200 Seiten umfassendes Buch, das jeder Schlaraffe jährlich aktualisiert erhält und das einen Überblick über alle (auch untergegangenen) "Reyche", "Colonien" und ihre Vorstufen ("Stammtisch" und "Feldlager") sowie die "Sassen" (Mitglieder) bietet. Jeder Schlaraffe ist in jedem "Reych" der Welt jederzeit willkommen. Momentan bestehen Reyche in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Schweden, den USA, Kanada, Mexiko, Venezuela, Kolumbien,Ecuador, Brasilien, Argentinien, Thailand, Südafrika und Australien. Die Gesamtzahl der Schlaraffen beträgt etwa 10.500. Die einzelnen Reyche und Colonien sind in der Reihenfolge ihres Entstehungsdatums nummeriert. Die schlaraffischen Zusammenkünfte werden - wie gesagt - Sippung genannt (das Verb lautet sippen) und laufen überall nach dem gleichen Muster ab. Sie bestehen aus zwei Teilen: Der erste Teil ist den „Ambtshandlungen“ gewidmet. Dazu gehören die feierliche Eröffnung der Sippung, die Begrüßung der eingerittenen Gäste, d. h. Sassen anderer Reyche, und die Verlesung des Protokolls der vergangenen Sippung durch den Marschall. Nach dem Abschluss des ersten Teils folgt eine Schmus- und Atzungspause. Während derselben oder auch schon während des ersten Teils wird die Fechsungsliste herumgereicht, auf welche sich jeder Sasse eintragen kann, der plant, im zweiten Teil auf die Rostra (Rednerpult) zu steigen und etwas vorzutragen. Im zweiten Teil der Sippung werden Fechsungen vorgetragen, d. h., jeder kann etwas zum Besten geben - gleich ob Prosa, in Versform oder musikalisch (Ausnahme: bloß Witze zu erzählen, ist verpönt). Dies kann etwas Gefechstes, d. h. Selbstverfasstes, sein, oder man trägt ein Werk eines anderen Autors vor. Die Sippungen stehen in vielen Fällen unter einem besonderen Thema, zu dem man etwas fechsen kann, aber nicht muss. ![]() Viele Reyche haben einen Künstler zu ihrem "Ehrenschlaraffen" gewählt, so z. B. Heinz Erhardt (ES Alberich von Schalk), Hermann Löns (ES Mümmelmann), Johann Wolfgang von Goethe (ES Faust), Friedrich von Schiller (ES Funke), Robert Gernhardt (ES Dorlamm vom Wörtersee) oder Peter Paul Rubens (ES Malerfürst). So hat das Reych im Zillertal den Künstler "Böselmeier, der mit der Schmalzlocke " = Elvis Presley zur besonderen Verehrung auserkoren. ---> Siehe Ehrenschlaraffe Bröselmeier Hier nun noch ein paar wichtige Links zu Seiten über Schlaraffia oder zu anderen Reychen: ---> schlaraffia.org "Zu den Reychen" |